Daten und Fakten

Prof. Dr. Günter Eissing : „Kindertagesstätten und Grundschulen besonders im Fokus “

Immer mehr Kinder nehmen ihre Mahlzeiten in der Kindertagesstätte oder der Schule ein: durch den Ausbau der Ganztagsschulen kommt der Schulverpflegung daher eine immer größere Bedeutung zu. Jedoch: Aus lieblos ernährten Kindern werden schlechte Schüler; wissenschaftliche Studien belegen, dass die geistige Leistung der Kleinen auch von der Qualität der Ernährung abhängt. Vor diesem Hintergrund engagiert sich das Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich an der Technischen Universität Dortmund für mehr Qualität und Hygiene bei der Verpflegung – aber auch der Esskultur insgesamt.

Das Institut zieht Bilanz:

In den letzten vier Jahren konnte das Institut rund 500 hauswirtschaftliche Mitarbeiter in Schulen und Kindergärten weiterbilden. Ziel: Das Institut konnte insgesamt 220 Einrichtungen nach strengen Qualitätsrichtlinien zertifizieren, davon haben sich 100 bereits ein zweites Mal zertifizieren lassen.

Günter Eissing, Professor für Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung hat das Institut 2010 ins Leben gerufen: „Unser Institut hat sich im Bereich der Qualitätsverbesserung der Kita- und Schulverpflegung als bedeutendster und erfolgreichster Serviceanbieter in Deutschland etabliert. Unser Augenmerk gilt besonders den Kindertagesstätten und Grundschulen. Dort werden häufig nur 50 bis 100 Mittagessen ausgegeben, sodass in der Regel nur angelernte hauswirtschaftliche Kräfte beschäftigt werden. Hier konnten wir durch gezielte Schulungsangebote sehr erfreuliche Qualitätsverbesserungen erzielen.“

Neben der geschmacklichen und hygienischen Qualität des Essens will das Institut auch Esskultur vermitteln und bietet entsprechende Seminare für Pädagogen an. Prof. Dr. Eissing: „Ernährung ist mehr als Sättigung. Wenn Kinder die kulturelle Bedeutung des Essens und Trinkens nicht von den Eltern lernen, können wir durch gezielte pädagogische Ansätze die Qualität der Ernährung und die Freude am Essen deutlich verbessern.“

Über das Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich e.V.

Das Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich e.V. wurde 2010 an der Technischen Universität Dortmund gegründet. Es wird unterstützt aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Sponsoren der Industrie. Das Institut kooperiert mit der Verbraucherzentrale NRW sowie weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und Präventionsprogrammen im Ernährungs- und Bildungsbereich.

Mehr Milch für Bayerns Schüler

Landwirtschaftsminister Brunner & Milchprinzessin

Brunner startet Aktionswochen zum Weltschulmilchtag

Helmut Brunner
Helmut Brunner

(19. September 2014) Berching, Lkr. Neumarkt i. d. OPf. – Bayerns Kinder sollen sich gesünder ernähren – mit mehr Milch und Milchprodukten. Um sie auf den Geschmack zu bringen, hat Ernährungsminister Helmut Brunner zum bevorstehenden Weltschulmilchtag (24. September) landesweite Aktionswochen unter dem Motto „Mehr Milch an Bayerns Schulen und Kindergärten“ gestartet.

„Wir wollen unseren Kindern die Milch als gesundes und natürliches Fitnessgetränk nahe bringen, das zu jungen Menschen passt wie kein anderes“, sagte Brunner beim Auftakt im oberpfälzischen Berching. Fruchtmilch, Trinkjoghurts und Molkedrinks etwa seien als abwechslungsreiche Fitmacher für lange Schultage bestens geeignet. Nach Auskunft des Ministers liefern Milch und Milchprodukte nicht nur alle notwendigen Nährstoffe für Kraft, Energie und Konzentration, sondern auch das wichtige Kalzium für den Knochenaufbau. So benötigt ein Grundschulkind rund 900 Milligramm Kalzium am Tag – eine Menge, die laut Brunner leicht zu schaffen ist – beispielsweise mit einem Viertel Liter Milch, 30 Gramm Käse und einem Becher Joghurt.

Im Rahmen der Aktionswochen führen bis 10. Oktober die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit Schulen und Elternvereinigungen, aber auch mit Milcherzeugern und Molkereien zahlreiche Schulmilchaktionen durch.

Der Weltschulmilchtag wurde von der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen „FAO“ ins Leben gerufen. Ziel ist, bei Kindergartenkindern, Schülern, Eltern, Lehrern und Erziehern die Bedeutung von Schulmilch stärker ins Bewusstsein zu bringen. Detailinformationen zum Thema Schulmilch und zu den Aktionswochen gibt es unter www.ernaehrung.bayern.de.

Detailinformationen (www.ernaehrung.bayern.de)
Foto: Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, die bayerische Milchprinzessin Carola Reiner und Kinder des Katholischen Kindergartens St. Marien aus Berching bei ihrem Besuch auf dem Milchviehbetrieb Götz in Thann, Lkr. Neumarkt.

Landliebe startete Aufklärungs-Initiative

Jens Nölling, FrieslandCampina Germany GmbH

zur Schulmilch

Jens Nölling
Jens Nölling

Schulmilch: Früher selbstverständlicher Bestandteil des Schulalltags, heute von Cola & Co. verdrängtRückgang der Schulmilch spiegelt Ernährungs-Misere bei Kindern

Info-Portal www.fuer-mich-lieber-milch.de zum neuen Schuljahr online
Eltern und Großeltern erinnern sich: Zum Schulalltag gehörte früher die tägliche Portion Schulmilch oder Schulkakao – so selbstverständlich wie das Pausenbrot. Heute schlagen Ernährungsexperten Alarm: Rund 40 Prozent der Schulkinder erhalten zu Hause kein Frühstück. Immer mehr Kinder konsumieren stattdessen immer größere Mengen von Cola, Limonaden, Fruchtsaftgetränken, Eistees und Energy Drinks, Süßigkeiten und salzige Snacks. Die Schulmilch ist als vollwertiges Lebensmittel von der Ernährungswissenschaft zwar umfassend erforscht, für Kinder und Jugendliche ausdrücklich empfohlen und deshalb von der EU finanziell gefördert – dennoch geht der Absatz an Schulmilch in Deutschland seit Jahren drastisch zurück. Inzwischen ziehen sich große Molkereien aus dem aufwendigen und teuren, aber rückläufigen Schulmilch-Geschäft zurück: immer öfter fehlt den Kindern ein gesundes Ernährungs-Angebot in den Schulen.  …mehr dazu

EU-Schulprogramm

Mehr Obst, Gemüse und Milch
17.02.2014. Der Staatssekretär im BMEL, Dr. Robert Kloos, hat den Vorschlag der EU-Kommission für ein neues Schulmilch- und Schulobst-Programm begrüßt.

“Die Wertschätzung für eine vielfältige und gesunde Ernährung beginnt in jungen Jahren. Wer Kindern früh gesundes Genießen vermittelt, vermeidet spätere Fehlernährung mit all ihren gesundheitlichen Folgen”, betonte Kloos. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission für ein Schulprogramm mit Obst, Gemüse, Bananen und Milch sei ein guter Ansatz, so der Staatssekretär. Damit sollten für die Abgabe von Schulmilch künftig die gleichen Rahmenbedingungen gelten, die sich beim Schulobstprogramm als Erfolgsfaktoren herausgestellt hätten wie etwa kostenfreie Abgabe und pädagogische Begleitmaßnahmen. Damit erfahre das bisherige Schulmilchprogramm eine neue Ausrichtung und bekomme hoffentlich neue Impulse. weiter….

Schulmilch mehr Zusammenarbeit nötig

20.01.2014 Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

„Wir müssen es schaffen, dass Milch überall wieder in den Schulalltag zurückkehren kann. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Denn Milch ist gesund und fördert das Körperwachstum sowie die Lern- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler“, sagte heute Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz anlässlich eines Beratungstermins mit lokalen Vertretern zum Thema Schulmilch an der Regionalen Schule Werner Lindemann in Lübstorf, Landkreis Nordwestmecklenburg.

In Lübstorf wurde bemerkt, dass nur durch die Kooperation von Unternehmen, Behörden und Eltern eine sichere Versorgung mit Schulmilch gewährleistet werden kann. „Wenn wie hier ein ansässiger Landwirt die Schule mit Milch versorgen möchte, die Schule, die Eltern und die Kommunalverwaltung dies unterstützen wollen, habe ich großes Interesse bei diesem Prozess zu helfen. Denn hier von Lübstorf geht ein Signal in das gesamte Bundesland aus, dass man es zusammen auf die Beine stellen kann, um die Kinder mit Schulmilch zu versorgen“, konstatierte der Minister.

Der Bezug von Schulmilch kann aus einem EU-Schulmilchprogramm gefördert werden. Zur Förderung des Verzehrs von Milch und Milcherzeugnissen an Schulen stellt die EU für jeden Schüler einen bestimmten Betrag pro Schultag als Schulmilchbeihilfe zur Verfügung. Derzeit werden in etwa 4,5 Cent Beihilfe pro Schüler und Schultag für eine Menge von 0,25 l Milch oder Milchmischgetränke gezahlt. Beihilfeberechtigt sind Kinder in Kindergärten, Kindertagesstätten oder Kinderwohnheimen, Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen, Kinder in Behinderteneinrichtungen und Schüler in Landschulheimen. Allerdings ist in Mecklenburg-Vorpommern wie auch in Gesamt-Deutschland der Trend unverkennbar, dass der Absatz seit Anfang der 1990er zurückgeht. Im Schuljahr 2012/2013 wurden ca. 762.000 kg Schulmilch abgegeben und ca. 75.000 Kinder erreicht. Das ist ein Rückgang um 3 % zum Vorjahr. „Sicher hat das auch mit dem Rückgang der Schülerzahlen zu tun. Doch in Anbetracht der vielen positiven Mehrwerte der Milch, möchte ich weiter dafür werben, das Schulmilchprogramm zu nutzen. Dies sind sinnvolle Investitionen für unsere Kinder“, unterstrich der Minister.

Gütesiegel für Joe Clever-Schulmilch

 

Pausen-Siegel

Pausen Siegel
Pausen Siegel

Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich e.V. empfiehlt Joe Clever-Schulmilch als Pausenmahlzeit
Tetra Pak® darf als erstes Unternehmen Schulmilchprodukte mit dem neuen Gütesiegel “Für die Pause empfohlen” auszeichnen. Ab Februar 2014 tragen vier Trinkmilchsorten der Tetra Pak-Marke “Joe Clever” das Logo. Das Gütesiegel wird durch das Dortmunder Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich e.V. vergeben. Das Institut hat seine Entscheidung auf Basis aktueller Studienergebnisse der Technischen Universität Dortmund, der Universität Erlangen-Nürnberg, der Gesellschaft für Gehirntraining (GfG) e.V. Ebersberg sowie der Sportklinik Bad Nauheim/Institut für Sporternährung e.V. getroffen. “Joe Clever-Produkte unterstützen die geistige Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und erfüllen nachweislich ernährungsphysiologische Kriterien für eine zeitgemäße Pausenverpflegung in der Schule”, so Univ.-Prof. Dr. Günter Eissing, Vorsitzender des Instituts für Gesundheitsförderung.

 

Für die Pause empfohlen

Milch – die ideale Pausenmahlzeit

Für die Pause empfohlen
Für die Pause empfohlen

Die Anforderungen an Schüler sind hoch. Sie benötigen Konzentration und Ausdauer und müssen Informationen schnell verarbeiten. Eine gute Energieversorgung für das Gehirn ist deshalb unerlässlich. Glukose fällt dabei eine zentrale Rolle zu. Bei zwei Prozent des Körpergewichts verlangt das Gehirn 20 Prozent des Energieumsatzes. Die zertifizierten Joe Clever-Schulmilchprodukte unterstützen die leistungsfördernde Energieversorgung nachweislich. Empirische Studien haben gezeigt, dass auch ein ausgewogenes Frühstück die geistige Leistungsfähigkeit signifikant verbessert. Zu diesem Frühstück gehören auch Milch und Milchprodukte. Pausenmilch ist daher ein idealer Bestandteil der zeitgemäßen Schulverpflegung.

Engagiert für die Verbesserung der Schulverpflegung in Deutschland
Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Günter Eissing engagiert sich das Institut für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich e.V. seit Jahren erfolgreich dafür, die Schulverpflegung in Deutschland zu fördern und zu verbessern. Das bundesweit bekannte und anerkannte Institut bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis sowohl durch Schulungen als auch durch empirische Forschungen. Es evaluiert Konzepte zur Förderung von Gesundheit und Fitness der Schüler und Lehrkräfte.

Schulmilchprogramm seit 1995 erfolgreich
Gemeinsam mit der Molkerei Vogtlandmilch GmbH und Schulmilchlieferanten betreibt Tetra Pak seit 1995 das Schulmilchprogramm “Joe Clever” und klärt mit Informationsmaterialien und Aktionstagen rund um die Milch, sowie Umwelt und Recycling auf. Die Joe Clever-Produkte werden in 0,2 Liter Portionsgrößen angeboten. Es gibt sie als haltbare Vollmilch und als Milchmischgetränke in den Geschmacksrichtungen “Erdbeere”, “Schokolade”, “Vanille” und “Banane”.

Stirbt die Schulmilch aus?

www.fuer-mich-lieber-milch.de

www.fuer-mich-lieber-milch.de
www.fuer-mich-lieber-milch.de

Mittwoch, 24. September „Internationaler Tag der Schulmilch“ Vorstoß der EU-Kommission könnte das Aus für Schulmilch in Deutschland bedeuten NRW bei Ernährungsprogrammen führend – “zuckerfreier Vormittag” in Hessen wird dagegen zum Bumerang

Zu kompliziert, zu politisiert, zu wenig profitabel: Große Molkereien ziehen sich immer mehr aus den Schulen zurück

Informationsbüro Schulmilch – 09.09.2014 Köln. Arme, reiche deutsche Kinder: In keinem Land Europas wird so viel Kindergeld (monatlich 184 Euro) gezahlt; seit einem Jahr gibt es zusätzlich Betreuungsgeld (monatlich 150 Euro) sowie zusätzlich ein Kinderzuschlag für Geringverdiener von bis zu 140 Euro pro Kind – dennoch sieht die Ernährung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland desolat aus: Zwei von drei Kindern müssen nach einer Studie der WHO und der Universität Bielefeld mit leerem Magen in die Schule gehen, bei Jugendlichen sind es noch mehr. Ebenfalls 40 Prozent erhalten keine warme Mahlzeit. Vielen Kindern mangelt es dadurch an wichtigen Nähstoffen; insbesondere leidet die Konzentrationsfähigkeit bei Kindern durch die Fehlernährung. Zugleich steigt der Konsum von Süßigkeiten, salzigen Snacks, Limonaden, Colas und sogar Energydrinks immer weiter an, da Kinder so viel Taschengeld wie noch nie erhalten (27,56 Euro im Monat, Quelle: Kids VA 2013).

Die Europäische Kommission hat diese prekäre Ernährungslage erkannt und schiebt deshalb Initiativen und Förderprogramme für kostenlose gesunde Lebensmittel in der Schule an. Im Gegensatz zur deutschen Politik setzt die EU nicht auf mehr und immer noch mehr Geld für Eltern, sondern auf Sachleistungen für Kinder. Kostenlos an Schulen abgegebenes Obst und die Subventionierung von Schulmilch und –Kakao sollen für mehr Chancengleichheit sorgen. „Die Initiativen der EU sind richtig, denn es zeigt sich, dass das an die Eltern gezahlte Geld oft nicht bei den Kindern ankommt. Die soziale Herkunft spiegelt sich in Deutschland sehr stark in der Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen“ sagt Prof Dr. Günter Eissing, Professor für Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung, der an der TU Dortmund unter anderem Schuleingangsuntersuchungen auswertet und dessen Forschung vom Land NRW gefördert wird. Prof. Dr. Eissing untersucht unter anderem die Bedeutung von Milch und Kakao-Angeboten in den Schulen und ihren Einfluss auf die schulischen Leistungen der Kinder.

Rückgang der Schulmilch spiegelt unterschiedliche politische Ansätze in den Ländern

Dennoch: Trotz EU-Förderung geht der Absatz von Schulmilch seit Jahren drastisch zurück: Seit 1993 sank der Absatz bundesweit um 77,5 Prozent – allerdings je nach Bundesland deutlich unterschiedlich: Während in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg Milch und Kakao aus den Schulen nahezu verschwunden sind, ist der Rückgang in Ländern wie Nordrhein-Westfalen und Berlin vergleichsweise gering oder sogar gegen den Trend gestoppt worden. „Hier spiegeln sich auch unterschiedliche Ansätze in der Sozial- und Schulpolitik“ erläutert Prof. Dr. Eissing, „NRW ist im Bereich der Ernährungspolitik bei Kindern Vorreiter in Deutschland.“

Die Landesregierung in Nordrheinwestfalen setzt seit Jahren auf Ernährungsprogramme in den Schulen, bestehend aus Schulmilch, -Kakao und -Obst, aber auch auf Erziehung zur bewussten Ernährung. In dem Bundesland mit seinem hohen Anteil an Migranten und Kindern aus sozial schwachen Familien kooperieren das Schulministerium und das Ernährungsministerium, um über eine Verbesserung der Ernährung für Chancengleichheit zu sorgen. Hinzu kommen Initiativen der Milchwirtschaft in NRW, die unter anderem gemeinsam mit dem Landfrauenbund Kinder über landwirtschaftlich erzeugte Lebensmittel aufklären. Resultat: In NRW wurde der Rückgang der Schulmilch inzwischen gestoppt. Auch in Berlin ist die Ernährungspolitik Teil der Sozialpolitik; hier gibt es zahlreiche Eltern-Initiativen, die die Verteilung der Schulmilch in die Hand genommen haben. Die zahlreichen Initiativen für eine ausgewogene Kinderernährung zeigen bereits erste positive Resultate: Laut Prof. Eissing ist der Trend zum Übergewicht bei Kindern insgesamt gestoppt oder sogar ganz leicht rückläufig. Lediglich bei starker Fettleibigkeit nehmen die Extremformen zu.

Trotz der Erfolge in NRW ist bundesweit noch keine Trendumkehr in Sicht: „Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig“ erläutert Jens Nölling, Vertriebs- und Marketingdirektor für den Bereich Schulmilch bei FrieslandCampina Germany („Landliebe“). „Frischmilch in speziellen, kleinen und kindgerechten Verpackungen in die Schulen zu bringen, erfordert eine eigenständige Vertriebsorganisation und kindgerechte Verpackungsgrößen. Angesichts der hohen Kosten und geringen Erträge haben sich viele unserer Konkurrenten aus den Schulen zurückgezogen.“

Rationalisierung und Kostendruck droht der Schulmilch jedoch auch seitens der Schulen: Immer öfter wird der Schulhausmeister durch einen externen „Facility Manager“ ersetzt, der keinen Kontakt zu den Kindern hat.

Für die Ausgabe der Milch und das Einsammeln des Milchgeldes springen immer öfter Lehrer und Eltern-Initiativen ein – aber manche scheuen den Aufwand. „Wir unterstützen Eltern, Lehrer und Schulleiter darin, den organisatorischen Aufwand so gering wie möglich zu halten“ erklärt Jens Nölling, „für weiterführende Schulen bieten wir kostenlose Schulmilch-Automaten an.“

Wäre es nicht die Lösung aller Probleme, wenn die Schulmilch kostenlos wäre – und gar kein Geld mehr eingesammelt werden müsste? Nölling widerspricht: „Auch wenn es paradox klingt: Eine kostenlose Abgabe, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hat, könnte das Ende der Schulmilch bedeuten.“ Hintergrund: Die EU schlägt vor, die Schulmilchförderung mit dem Schulobstprogramm zusammen zu legen – das Budget für die Milch von derzeit 68 Millionen Euro für eine kostenlose Verteilung jedoch nur auf 80 Millionen Euro anzuheben. Die Bundesländer stehen jetzt vor der Aufgabe, Umsetzungsvorschläge für die kostenlose Schulmilch zu erarbeiten. Jens Nölling: „Dies würde bedeuten, dass Schulen für die kostenlose Abgabe gezielt ausgewählt werden müssen – also insgesamt viel weniger Schulen teilnehmen können als heute. Außerdem soll die Förderung im derzeitigen Entwurf nur für pure Trinkmilch gelten und nicht mehr für Kakao, was die Mengen weiter drastisch verringern würde. In Zahlen ausgedrückt würde das geförderte Äquivalent von derzeit 30.000 Tonnen auf 9.000 Tonnen Milch fallen. Auf diese Weise ist es jedoch für Molkereien nicht mehr möglich, einen gesonderten, flächendeckenden Vertrieb aufrecht zu erhalten. Gut gemeint ist eben oft das Gegenteil von gut.“

Dass gut gemeinte Initiativen unerwartete Folgen haben können, zeigt das Beispiel Hessen. Dort initiierte die Landesregierung an Schulen 2008 den „zuckerfreien Vormittag“ – Kakao wurde damit aus den Schulen verbannt. Resultat: Da die meisten Kinder Kakao der puren Milch vorziehen, brach der Schulmilch-Absatz praktisch in sich zusammen. Jens Nölling: „Keine Molkerei kann sich leisten, für ein paar Päckchen Milch pro Schule ein eigenes Vertriebsnetz aufrecht zu erhalten.“ Auch NRW-Minister Johannes Remmel (Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, GRÜNE) betont: „Ich bin der Meinung dass man gerade im Milchbereich darauf setzen sollte, den Kindergeschmack zu treffen. Man muss sie nicht mit Zucker vollstopfen – aber Kakao verschafft Kinder einen Zugang und eine positive Verbindung zum Produkt Milch.“ Dabei hat die Forschung längt bewiesen: Kakao ist besser als sein Ruf. Prof. Dr Eissing: „Kakao enthält vergleichsweise geringe Mengen Industriezucker; aufgrund seiner Zusammensetzung fördert er die Konzentration bei Kindern sogar besser als Milch pur.“

Quellen/Literatur:

Eissing, G.: Einfluss der Frühstücksqualität auf die mentale Leistung. Ernährung & Medizin 26 (2011) H. 1, S. 22-27

Eissing, G.: Eine Packung Energie. Schulverpflegung 9 (2014) H. 3, S. 26

„Bessere Schulnoten durch clevere Schulmilch“ Verband für Ernährung und Diätetik: VFED-Sonderheft 2013, S. 49-53. Autoren: Günter Wagner, Eva Marie Hund (Institut für Sporternährung, Bad Nauheim) und Dr. Siegfried Lehrl (Gesellschaft für Gehirntraining e.V.)

Schulmilch – früher für Millionen Schüler selbstverständlich, wird heute in immer weniger Schulen angeboten. Die Gründe: Hausmeister, Lehrer und Schulleiter scheuen den Organisationsaufwand, Eltern sind im Ernährungsfragen verunsichert oder gleichgültig, Molkereien ziehen sich aufgrund der hohen Kosten und geringen Profite aus dem Schulmilch-Vertrieb zurück. „Für mich lieber Milch“ ist eine Initiative der FrieslandCampina Germany GmbH, Bereich Schulmilch, Köln. Ziel der Initiative ist es, Schulleiter, Lehrer, Eltern und Kinder über Schulmilch als vollwertiges Lebensmittel zu informieren und zu motivieren und den Dialog zum Thema Schulmilch zu fördern.

DREI GRÜNDE FÜR SCHULMILCH

1. Kinder brauchen starke Knochen: Kalzium ist unerlässlich für den Aufbau und Erhalt gesunder Knochen und Zähne. Studienergebnisse belegen, dass Kinder und Jugendliche nicht ausreichend mit Kalzium versorgt sind. Ein Viertelliter Schulmilch und dazu ein Käsebrot decken bereits die Hälfte des täglichen Kalziumbedarfs ab.

2. Kinder müssen regelmäßig trinken: Zwischen ein bis eineinhalb Liter Flüssigkeit benötigen Kinder je nach Alter und Größe pro Tag. Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel kann die Leistungsfähigkeit einschränken. Regelmäßige Trinkpausen sind wichtig, damit das Durstgefühl erst gar nicht aufkommt. Neben Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen trägt die tägliche Portion Schulmilch dazu bei, den Flüssigkeitsbedarf der Kinder zu decken.

3. Kinder brauchen Energie: Um konzentriert in der Schule arbeiten zu können, brauchen Kinder Energie. Energielieferanten in der Nahrung sind Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Eine Portion Schulmilch in der Pause kann die Energiereserven auffüllen. (Quelle: TeacherNews)

Schulmilchprogramm vom Kindergarten bis zum Abitur

BMELV: Das EU-Schulmilchprogramm fördert den Verkauf von Milch und Milchprodukten in Kindergärten, Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Milch ist ein wichtiger Baustein für eine gesunde Ernährung und mit den vielen unterschiedlichen Milcherzeugnissen bestens geeignet, zu einer ausgewogenen Grundversorgung der Schülerinnen und Schüler beizutragen. Deshalb setzt sich die Bundesregierung zusammen mit der EU und den Bundesländern seit vielen Jahren für die Versorgung mit Schulmilcherzeugnissen ein. Die EU fördert die Schulmilchversorgung mit circa 75 Millionen Euro jährlich. Davon entfielen auf Deutschland im Jahr 2010 circa 6,5 Millionen Euro.

Milch und Milcherzeugnisse gelten aufgrund ihres Gehalts an Eiweiß, den Mineralstoffen Kalzium, Magnesium, Jod, Zink sowie den Vitaminen A, B1, B2, B6, B12 und Folsäure als unerlässliche Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung für Kinder und Jugendliche. Es gilt vor allem, das Image der Milch bei Jugendlichen zu verbessern.

BMELV für Verbesserung des Schulmilchabsatzes

“Der Verzehr von Milch und Milcherzeugnissen kann zu einer ausgewogenen Versorgung mit wichtigen Nährstoffen beitragen und so die Fitness der Schüler und damit die Chancen für einen hohen Lernerfolg verbessern”, betont der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Peter Bleser, in seinem Grußwort zum Weltschulmilchtag 2011.

Da viele Kinder immer seltener zu Hause frühstücken oder eine Pausenverpflegung mit in die Schule bringen, fordert das BMELV mehr Anstrengungen zur Erhöhung des Schulmilchabsatzes. Zumal mit der angestrebten Ausweitung von Ganztagseinrichtungen in den Schulen die Schulverpflegung und damit auch die Milchversorgung in der Schule einen neuen Stellenwert bekommt.

Diskutiert werden zahlreiche Vorschläge, die zu einer Verbesserung des Schulmilchabsatzes beitragen könnten, darunter eine stärkere Verankerung des Themas nachhaltige Ernährung in den Lehrplänen, eine Informationsinitiative zum gesundheitlichen Stellenwert von Milch sowie die Einrichtung von Schulmilchbeauftragten in den Schulen.

Staatliche Förderung der Schulmilch

Der Verkauf von Milch und Milcherzeugnissen wird durch die EU gefördert. Das europäische Schulmilchprogramm soll Kinder und Jugendliche zu einer ausgewogenen Ernährung auch mit Milchprodukten anregen, ihr Wissen über Ernährung vertiefen und damit Übergewicht vorbeugen. Die Europäische Kommission hat 2008 die Schulmilchregelung erweitert, um mehr Kindern eine breitere Palette von gesunden Milchprodukten zugänglich zu machen.

Am Schulmilchprogramm können alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die

Kindergärten,
Vorschulen,
Grundschulen oder
weiterführende Schulen

besuchen. Die Schulmilch wird in die Einrichtungen, die für die Teilnahme am Schulmilchprogramm registriert sind, durch Schulmilchlieferanten gebracht.

Neben Milch in verschiedenen Geschmacksrichtungen werden bestimmte Erzeugnisse aus fermentierter Milch mit Frucht- bzw. Saftzusatz, fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch, Kefir sowie ein größeres Käsesortiment einschließlich fettarmer Käsesorten angeboten.

Begünstigt sind pro Schüler und Schultag 250 Milliliter Vollmilch. Die Preise je Portion liegen zwischen 20 Cent für lose abgegebene Frischmilch und 40 Cent für Milchmischgetränke in Kartonverpackungen.

Die Schulmilch-Beihilfe wird nicht unmittelbar an die Kinder / Schüler ausgezahlt, sondern an Lieferanten (Molkereien, Händler, Direktvermarkter) oder oben angegebene Einrichtungen bzw. deren Träger.

Hierzu müssen diese nach EU-Recht vom Land zugelassen werden.

Anmeldeverfahren

Die konkrete Umsetzung des EU-Schulmilchprogramms übernehmen die Bundesländer. Informationen über die zur Verfügung stehenden Fördermittel, das Anmeldeverfahren sowie die im Rahmen des Programms angebotenen Milchprodukte erteilen die zuständigen Behörden in den Bundesländern. Diese Stellen verfügen auch über ein aktuelles Verzeichnis mit bestehenden Schulmilchlieferanten aus jedem Bundesland.

Kontakt im BMELV:

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Rochusstraße 1
53123 Bonn

– Referat 423 –

Günther Kohl
E-Mail: guenther.kohl@bmelv.bund.de
Telefon: 02 28 / 99 529 42 26
Fax: 02 28 / 99 529 55 42 26

25. September 2013

Lottes Bewegungspause

So heißt eine Aktion der NRW-Schulmilchförderung.

Kuh Lotte
Kuh Lotte

Am Weltschulmilchtag findet eine Veranstaltung in einer Bonner Schule dazu statt. ” Es gibt einen Zusammenhang zwischen guten schulischen Leistungen, guter Schulverpflegung und körperlicher Fitness.” Dies ist die zentrale Botschaft in der Informationsarbeit der NRW-Schulmilchkampagne. Anlässlich des Weltschulmilchtages wird die Kampagne in Bonn erlebbar. Kuh Lotte wird gemeinsam mit allen Schülern der Ludwig-Ritter-Schule ihr Bewegungsprogramm aufführen.

Zum Weltschulmilchtag beteiligt sich die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft an der zentralen Veranstaltung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) in Regensburg. Gemeinsam wird auf die Bedeutung von Milchprodukten für gesunde Zähne hingewiesen.

Zugang zu Milchprodukten für Schüler muss verbessert werden

Anlässlich des 14. Weltschulmilchtags der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der in diesem Jahr am 25. September gefeiert wird, nimmt Bayern die eigene Situation unter die Lupe. Aktuell bietet gut die Hälfte aller Schulen in Bayern Milchprodukte an. Eine schöne Zahl, aber immer noch zu wenig, findet Jürgen Ströbel, Vorsitzender der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM): Es ist eine Tatsache, dass Kinder und Jugendliche gerne Milch trinken, wenn sie angeboten wird.
Wir müssen dafür sorgen, dass alle Schüler in Bayern die Chance haben, sich in der Schule für Milchprodukte zu entscheiden . Das mangelnde Angebot von Milchgetränken und Joghurtvarianten wird von Kindern, Lehrern und Eltern gleichermaßen beklagt.
Milch besonders für Kinder sehr wichtig
Milch ist gerade für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wichtig. Da sie noch wachsen, haben sie einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen, der gut durch Milch gedeckt werden kann. Milch und Milchprodukte enthalten viel Kalzium, welches besonders wichtig ist für den Aufbau der Knochen und Zähne. Ein Viertel Liter Milch deckt bei einem Grundschulkind bereits ein Drittel des täglichen Kalziumbedarfs , erklärt Dr. Maria Linderer, Geschäftsführerin der LVBM. Zudem enthält Milch hochwertiges Eiweiß für die Muskeln und gut verwertbare Kohlenhydrate. Schon von klein auf sollten Kinder daher täglich drei Milchportionen zu sich nehmen. Ob es sich dabei um Milch, Käse oder Joghurt handelt, kann jeder nach seinen Vorlieben entscheiden.
Ziel: Die Verfügbarkeit von Milch an Schulen erhöhen
Wir beraten Schulen und führen Kinder, Jugendliche und Lehrer mit Unterrichtsmaterial, Fortbildungsveranstaltungen und Praxisbeispielen an den Gesundheits- und Genusswert von Milchprodukten heran. , so Dr. Maria Linderer, Geschäftsführerin der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Damit schaffen wir auch Gesundheitsbewusstsein und eine Wertschätzung für diese Lebensmittel, die über die Schulzeit hinausgeht.Einen positiven Start für eine ausgewogene Ernährung setzt bereits das Modellprojekt Schulfrühstück des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Dabei werden Obst und Milchprodukte an ausgewählten bayerischen Grundschulen kostenlos angeboten und bei einem gemeinsamen Frühstück verzehrt. Aus Sicht der LVBM ist das Projekt Schulfrühstück ein guter Ansatz für die Zukunft und der Grundstein für weitere ähnliche Projekte. Auch die EU unterstützt das Angebot von Schulmilch mit einem Förderprogramm.Zum Weltschulmilchtag beteiligt sich die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft an der zentralen Veranstaltung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) in Regensburg. Gemeinsam wird auf die Bedeutung von Milchprodukten für gesunde Zähne hingewiesen.
 
 
Informationen zu Milch in der Schule finden Sie unter www.milchland-bayern.de in der Rubrik: Unser Service für Schulen .
Der leckere Fitmacher –
Regierungspräsidium Gießen wirbt für Schulmilch 
August 2013

Alle Schülerinnen und Schüler in Hessen können in den Genuss verbilligter Schulmilch kommen, vorausgesetzt, die Schule beteiligt sich am Europäischen Schulmilchprogramm. Die Förderung aus Brüssel, die an die Lieferanten ausgezahlt wird, bewilligt und überwacht das Regierungspräsidium (RP) Gießen, das in den letzten Jahren leider einen Rückgang der Nachfrage registriert hat. Zum Schuljahresbeginn wirbt die Behörde für den leckeren Fitmacher, denn: Ein gesunder Start in den Tag, zu dem auch Milch und Milchprodukte mit ihren wertvollen Nährstoffen gehören, ist für Kinder und Jugendliche besonders wichtig , sagt Dr. Regina Koritkowski, Dezernatsleiterin beim RP für Qualitätssicherung, Pflanzliche Produkte und Milch. Da viele Kinder immer seltener zu Hause frühstückten oder mit einer gesunden Pausenverpflegung versorgt würden, sollten Schulen und Kindergärten überlegen, beim Schulmilchprogramm der EU mitzumachen.

Teilnehmen können Kinder und Jugendliche, die Kindergärten, Vorschulen, Grundschulen oder weiterführende Schulen besuchen. Die Schulmilch wird von zugelassenen Lieferanten in die Einrichtungen gebracht. Für den Verkauf gibt es unterschiedliche Modelle , erläutert Koritkowski. Der Klassiker sei noch immer der Verkauf durch den Hausmeister oder durch einen privaten Kioskbetreiber. An vielen Schulen sorgten inzwischen sogar Eltern oder Großeltern ehrenamtlich für die Versorgung mit dem Nahrungsmittel Nummer eins.

Das EU-Schulmilchprogramm fördert pro Kind/Schüler und Schultag einen viertel Liter Vollmilch, der durchaus auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden kann. Auch Erzeugnisse aus fermentierter Milch mit Frucht- oder Saftzusatz sowie Joghurt und Käse sind förderfähig. Damit Schüler und Kleinkinder direkt in den Genuss der verbilligten Molkereiprodukte kommen können, wird die Schulmilchbeihilfe direkt an die Lieferanten ausgezahlt.

Kinder benötigen insbesondere wachstumsbedingt viel Energie. Diese liefern insbesondere das Kalzium und weitere wertvolle Inhaltsstoffe der Milch, die unerlässlich für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen sind , wirbt Koritkowski für das Qualitätsprodukt.

Mehr Informationen zum Thema Schulmilch, die Ansprechpartner, eine Liste der zugelassenen Schulmilchlieferanten in Hessen sowie ausführlichere Informationen zum Ablauf des Schulmilchbezuges sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de zu finden.

Foto: Thomaka / RP Gießen

Schulmilch ja oder nein? Keine Frage des Fettgehaltes

März 2013

Immer mehr Kinder sind in Deutschland übergewichtig. Deshalb taucht die Frage nach dem empfohlenen Fettgehalt  auch bei Schulmilch immer wieder auf. Hierbei geht es vor allem um die Kalorienzufuhr und nicht um den Stellenwert des Milchfetts. Denn bei dem Milchfett handelt es sich um ein gutes Fett, wie zahlreiche Studien gezeigt haben.

Die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfehlen allgemein fettarme Milch. Hierbei handelt es sich um eine Empfehlung, was nicht heißt, dass andere Sorten verboten sind. Fakt ist auch, dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten alleine nicht ausschlaggebend für die Entwicklung von Übergewicht ist. Das heißt, dass nicht die Milch die Kinder “dick macht”, sondern die allgemein zu hohe Energieaufnahme durch z.B. Süßigkeiten, Fast Food, Limonaden sowie der Bewegungsmangel verantwortlich sind. Diese Lebensmittel haben eine wesentlich geringere Nährstoffdichte als Milch. Deshalb sollte Milch in der Schule angeboten werden – egal ob als Vollmilch oder fettreduzierte Milch.

Wie gering die Unterschiede zwischen fettarmer Milch und Vollmilch sind, zeigt die unten stehende Tabelle.

 Energie in kcal/100 ml  Energie in 1/4 l Milch
Milch 3,5 % Fett  65  162,5
Milch 1,5 % Fett  48  120
Differenz  17  42,5

40 kcal entsprechen 1 Knäckebrot oder ½ Scheibe Toast oder 6 Gummibärchen oder 1 kleiner Apfel oder 1 Stück Schokolade.

Quelle: Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V.